Bericht zur Situation unserer Projekte in Daloa (Elfenbeinküste).

Seit nunmehr sieben Jahren unterstützen wir unseren Partner in Daloa.

Zuerst unterstützten wir ihn dabei sein Studium der Literatur abschließen zu können.

Nach seinem erfolgreichen Abschluss als Examensbester war er arbeitslos.

Wir entschlossen uns ihn bei der Gründung einer Existenz zu unterstützen. Wir fragten ihn was er denke was er für sich und die Menschen seiner Heimatstadt tun könne und wie er damit auch seinen eigenen Lebensunterhalt bestreiten könnte.

Das Ergebnis war ein Internet-Cafe.

Damals sagte er uns, dass es ansonsten keine Möglichkeit ins Internet zu kommen für Schüler und Studenten aus Daloa gäbe. Zudem wollte er verschiedene zusätzliche Dienste anbieten wie z.B. Kopieren oder Ausdrucken. Auch eine Zeitung bzw. eine Internetpräsenz waren angedacht.

Zunächst musste unser Partner aber einen Businessplan aufstellen, um die Finanzierung und die Ertragserwartung darstellen zu können.

Das stellte sich als äußerst schwierig heraus. Wir mussten die einfachsten Rechenregeln des kaufmännischen Rechnens durchsprechen. Selbst Dreisatzrechnungen schienen ihm (als Absolvent einer Universität mit Abschluss) nicht machbar zu sein.

Nach vielem hin und her hatten wir es geschafft einen kausal fundierten Businessplan aufzustellen.

Es dauerte fast ein Jahr bis wir mit der Realisierung beginnen konnten.

Nach vier Jahren und einem viermonatigem „lock down“ im letzten Jahr entschlossen wir uns noch einmal mangels Alternativen den Cyber zu eröffnen.

In der Zwischenzeit unterstützten und finanzierten wir noch die Fertigstellung eines Wohn- und Geschäftshauses (Sitz des örtlichen Vereines) und eine Zisterne (wir berichteten).

Leider und das zieht sich durch die gesamte Projektzeit (haben wir auch immer wieder angemahnt) findet eine Kommunikation bzw. Berichterstattung durch unseren Partner nur sehr dürftig bzw. überhaupt nicht statt.

Wir haben also unsere Drohung wahr gemacht und stellten die Unterstützung vorerst ein.

Die Begründung ist: „Keine Information – Keine Unterstützung möglich“.

Mal sehen wie das weiter geht…oder ob überhaupt…?

Es wäre ja nicht so, dass gar keine Kommunikation stattfindet aber was wir erfahren sind immer nur Bruchstücke. Und das auch immer nur nach intensivem Nachfragen.

Das ist auf Dauer sehr unbefriedigend für uns.

Jedenfalls sieht es derzeit so aus als wenn sich das Internet Cafe selbst tragen würde.

Es ist sogar so, dass unser Partner in neue Maschinen investieren möchte, weil er dafür auch entsprechende Aufträge zu haben scheint. Gegen eine entsprechende Auftragskalkulation die wir eingefordert hatten um zu sehen ob sich der Auftrag überhaupt lohnen würde hat er sich bislang erfolgreich widersetzt.

Nun ja, wie es scheint benötigt unser Partner in Daloa derzeit keine Unterstützung mehr von uns.

Das ist einerseits sehr gut denn es zeigt seine Unabhängigkeit und Andererseits können wir unsere Kräfte auf neue Projekte lenken die bereits anstehen.

Wir haben jetzt beschlossen vorerst die weitere Entwicklung mit Abstand zu beobachten soweit es uns erlaubt ist.

In uns keimt ein Gefühl wie wenn wir einem Vogel den wir aufgepäppelt, gehegt und gepflegt haben nun seine Freiheit geben würden….

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