Nach mehrmonatiger Kommunikationspause (Isaac war mit der Auftragsbeschaffung und der Unternehmensentwicklung beschäftigt) nahm das beidseitige Kommunikationsvolumen wieder zu.
Inzwischen berichtete er von den vielschichtigen Erfahrungen die er bezüglich seiner Mitmenschen machen durfte.
Zu seinen Schwierigkeiten als Körperbehinderter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Geschäft zu führen, Verantwortung für seine Mitarbeiter zu tragen und auch noch Neid und Missgunst ertragen zu müssen führen Jeden an die Grenzen des ertragbaren.
Unser Partner in Daloa hat in nunmehr acht Jahren mit harter Arbeit ein Unternehmen und einen Verein aufgebaut der seines Gleichen in der Elfenbeinküste sucht. Das hat dazu geführt, dass Lügen und Gerüchte von denjenigen gestreut und verbreitet wurden die meinen schneller und einfacher zu „Reichtum“ kommen zu können als mit harter, fleißiger Arbeit.
Dennoch ist er in seiner Heimat geblieben, hat an sich und seine Überzeugungen geglaubt und baut seinen Erfolg weiterhin aus. Sein Wunsch ist es sich beruflich und kulturell weiter zu entwickeln. Auch möchte er bezüglich seiner Behinderung nach Lösungen in Europa suchen und danach in seinem Geschäft weiterarbeiten.
Sein Unternehmen gibt inzwischen mehr als dreißig Menschen Lohn und Brot. Seine vielschichtige Expertise ist weit über die Stadt Daloa (350 000 Einwohner) bekannt und geschätzt.

Ich habe mich entschlossen diese beiden Mails ins Netz zu stellen um zu zeigen, dass Menschen die sich eine Perspektive schaffen kein Interesse haben sich auf eine äußerst gefährliche Flucht zu begeben, um die europäischen Sozialsysteme zu missbrauchen.
Diese Menschen spüren nicht nur den global-wirtschaftlichen Gegenwind sondern müssen sich auch noch der Lügen und Vorurteile erwehren die materielle Wunschträume mit sich bringen können.
Da würde es wohl Jedem schwerfallen eine wirtschaftlich –oder soziale Beziehung mit uns auf Augenhöhe aufbauen zu können.
Unsere chinesischen Wettbewerber zum Beispiel verhalten sich im afrikanischen Markt etwas geschickter.
Der Kontinent (mehr als eine Milliarde Menschen) ist ja im eigentlichen Sinne nicht arm. Der Reichtum ist nur etwas „ungleich“ verteilt.
Europa hat diesen Kontinent fast 100 Jahre lang sträflich vernachlässigt. Es wird langsam Zeit, dass wir das endlich ändern und dazu übergehen die Afrikaner als potentielle Partner auf Augenhöhe zu sehen.
Menschen wie Isaac zu unterstützen und als verlässliche Partner zu gewinnen wäre ein erster konstruktiver Schritt in die richtige Richtung, finden wir.
Wir haben es selbst in der Hand. Wir können die Menschen wie Feinde behandeln und Ausgrenzen oder wie Partner auf Augenhöhe und als Freunde gewinnen. Es liegt an uns was dabei herauskommt.
Ich denke es ist allerhöchste Zeit endlich zu erkennen, dass wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben und diese jetzt korrigieren müssen. Schluß zu machen mit dem Sterben auf den Fluchtrouten z. B. im Tschad und im Mittelmeer gebietet schon die Menschlichkeit.



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